Zugunglück in SüßenZugunglück in Süßen

Zugunglück Süssen 2004

Bilanz eines Unfalls: Eine Tote Lokführerin und sechs Verletzte – THW bei Aufräumarbeiten bis in die frühen Morgenstunden

Süßen – Helfer der Ortsverbände Göppingen, Kirchheim/Teck, Gruibingen und Geislingen waren bei dem Zugunglück auf Deutschlands meist befahrener Zugstrecke (Stuttgart – München) am Mittwoch 21.04. in Süßen im Kreis Göppingen im Einsatz. Die Aufgaben des THW bestanden vorwiegend aus Beleuchten, Räumen der Einsatzstelle und Bergen der beiden Zugwracks. Hierfür wurde der Notfallhilfszug mit 75 Tonnen Kran der Deutschen Bahn AG aus Kornwestheim hinzugezogen.

Die Regionalbahn wurde bei dem Frontalaufprall auf den Messzug derart auseinander gerissen, dass ein Fahrgestell unter die 84 Tonnen schwere E-Lok der Baureihe 120, gepresst und diese ein Meter hochgehoben wurde. Der Rest hatte sich über die E-Lok bis in die Oberleitung hinein getürmt. Unvorstellbare Kräfte haben hier gewirkt.

Nachdem die Feuerwehr die getötete Lokführerin in einer aufwändigen, mehrstündigen Bergungsaktion aus den Trümmern geschnitten hatte, musste die Regionalbahn von den THW-Kräften auf sieben Meter Länge „ausgebeint“ und auf ein Hilfsfahrwerk aufgesetzt werden. Der Fahrtenschreiber wurde aus der vollständig zerstörten E-Lok herausgetrennt.

Nach dem Aufgleisen gestaltete sich die Trennung der E-Lok vom ersten Messwagen als schwierig und zeitaufwändig. Erst nach Stunden gelang es, diese mit der Diesellok aus den Trümmern zu ziehen, nachdem die DB mit schwerem Hebegerät den Wagen angehoben hatte. Unter ohrenbetäubendem Lärm wurde die E-Lok gestern morgen gegen fünf Uhr in den Bahnhof Süßen geschleppt, gesichert von Helfern des THW.

Der Ortsverband Geislingen hat die Verpflegung aller Einsatzkräfte übernommen. Zur Koordination der THW Einheiten war die Fachgruppe Führung/Kommunikation des Ortsverbandes Göppingen vor Ort.

Das THW arbeitete Hand in Hand mit Bundesgrenzschutz (Ulm und Rosenheim), DRK, Feuerwehr, Deutsche Bahn Notfallmanagement und Polizei. Von allen Seiten wurde diese hervorragende Zusammenarbeit als vorbildlich und reibungslos bezeichnet.

Der Einsatz endete am Donnerstagmorgen um acht Uhr. Die Gleis- und Oberleitungsarbeiten durch die DB dauerten noch bis in den Vormittag.

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