Hilfe nach dem FlugzeugabsturzHilfe nach dem Flugzeugabsturz

Flugzeugabsturz in Türkheim

Verletzte mit Seilbahn gerettet – Einsturzgefährdete Häuser abgestützt

Ein Flugzeug ist abgestürzt. Wie kann effektiv geholfen werden? Dies war die Ausgangssituation für eine Übung, an der in der ehemaligen Radarstation bei Türkheim am Samstag die Ortsverbände Geislingen, Göppingen und Gruibingen des Technischen Hilfswerks sowie das Rote Kreuz teilnahmen.

In den Morgenstunden des Samstags war die Radarstation bei Türkheim noch in dichte Nebelschwaden gehüllt. Da blitzen Blaulichter auf, die Reflektionsstreifen von Einsatzuniformen leuchten. Gespenstisch wirkt es, wie rund 120 Einsatzkräfte wie Schattengestalten über das Gelände mit seinen baufälligen Gebäuden huschen. Die Großübung von THW und DRK erhält damit noch mehr Realitätsnähe.

Ein angenommener Flugzeugabsturz kurz vor neun Uhr bildete die Ausgangssituation für die Übung. Die meisten Gebäude auf dem Areal sind teilweise oder vollständig zerstört. Eine ungewisse Zahl von Personen, die zum Absturzzeitpunkt in den Gebäuden Reparaturarbeiten ausführten, wird vermisst.

Fünf Minuten nach der Alarmierung war die erste THW-Einheit zu Erkundungsmaßnahmen vor Ort. Der erste Eindruck machte die Nachalarmierung der übrigen Einheiten erforderlich. Schließlich waren 120 THWler und elf Mitglieder der DRK-Schnelleinsatzgruppe aus Geislingen an der Unglücksstelle.

Das anhaltende Blaulichtgewitter stammte von 25 Einsatzfahrzeugen, vom kleinen VW-Bus bis zum tonnenschweren Kipper. Auf dem Programm standen mehrere Rettungs- und Bergungsübungen. Aus dem Obergeschoss eines Gebäudes retteten Helfer die sehr “echt” geschminkten Verletzten (der THW-Nachwuchs mimte sie) mit einer Seilbahn und übergaben sie dem DRK zur Versorgung. Aus Sicherheitsgründen stützten THWler verschiedene beschädigte Gebäude fachgerecht ab, um sie vor dem weiteren Einsturz zu sichern. Erstmals setzten die Helfer ein neues Gerüstsystem ein.

Insgesamt testeten und erprobten sie ihre vielen technischen Geräte unter realen Einsatzbedingungen. Mit Atemschutz versuchten einige Männer, einen Chlorgasaustritt in Griff zu bekommen. Atemschutzträger machten sich in den Gebäuden auf die Suche nach Verletzten. Sie probten verschiedene Möglichkeiten zum Auffinden Verschütteter.

Alles fand unter fachkundiger Beobachtung statt. Übungsleiter Simon Wössner hatte überall seine wachsamen, prüfenden Augen und war ständig zwischen den unterschiedlichen Einsatzstellen auf Achse. Die Einsatzleitung lag in der Hand von Markus Folkmer. Auf einer Freifläche war eigens für die Koordination das Kommandozentrum aufgebaut. Dort liefen alle Funkkontakte zusammen.

Die Verpflegungstruppe mit der großen Gulaschkanone war Bestandteil der Übung. Abseits der großen Übungshektik kochte eine Mannschaft das warme Mittagessen. 120 Schnitzel kamen in die Pfanne. Leckere Rahmschnitzel mit Champignons und Spätzle
servierten sie schließlich.

Text: GÜNTER HOFER, Geislinger Zeitung
Bilder: THW Göppingen

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