Schnelle Einsatzgruppe des DRKSchnelle Einsatzgruppe des DRK


Bei einer Übung der Schnelleinsatzgruppen des Deutschen Roten Kreuzes gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk des Landkreises auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehrdepots in Oberberken stellten rund 70 Teilnehmer einmal mehr ihre Professionalität unter Beweis.

MANV – hinter dieser Abkürzung verbirgt sich der Begriff „Massenanfall von Verletzten“. „Das sind mehr als zehn Verletzte“, erklärt Raimund Matosic, Leiter der Schnelleinsatzgruppe (SEG) Geislingen des Deutschen Roten Kreuzes im Landkreis Göppingen. Sie ist an diesem Samstagmorgen eine der drei SEGs des DRK-Kreisverbandes, die gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk Göppingen den Ernstfall proben. Das Gelände des ehemaligen Bundeswehrdepots in Oberberken bietet die guten Rahmenbedingungen für diese Dienste übergreifende Übung. „Die Bandbreite an Einsatzbereichen ist sehr groß“, erklärt Matosic. Es kann sich um eine Massenpanik ebenso handeln wie um ein Zugunglück oder einen Verkehrsunfall. Ein solcher wird an diesem Vormittag simuliert: In eine Wandergruppe im Nassachtal war ein Autofahrer gerast. Das Auto liegt in einem steilen Waldstück, im Fahrzeug und darum herum finden sich die Verletzten. Teilweise sind sie reglos, andere schreien vor Schmerzen, ein junger Mann, scheinbar unter Schock, redet ohne Unterbrechung. Bevor die rund 70 Helfer sich in das Waldgebiet aufmachen, bespricht sich Andreas Pfeiffer von der SEG Hattenhofen, der den Einsatz leitet, noch einmal mit Harald Michalski vom THW. Die Helfer des DRK sind in ihre Aufgaben eingewiesen, warten darauf, dass sie als Fahrer der Rettungswagen abgerufen werden, am Behandlungsplatz zum Einsatz kommen oder in der Auskunftsstelle die Namen der Verletzten erfassen und Angehörigen Informationen geben können. An der Unfallstelle angekommen, verschafft sich ein Gruppenführer des DRK einen ersten Überblick, weist seinen Mitarbeitern erste Aufgaben zu. Alles läuft ruhig und diszipliniert, ohne Hektik und doch zügig und reibungslos ab. „Ordnung ist ganz wichtig am Einsatzort“, betont Andreas Pfeiffer. Er kämpft mit dem Funkgerät. „Wir haben hier eine schwierige Funkverbindung“. Dann hat er aber Kontakt zum THW, berichtet von cirka 20 Verletzten und fordert die SEG Geislingen an. Zwischenzeitlich meldet das THW, dass das Fahrzeug gesichert sei und mit dem Abtransport der Verletzten begonnen werden kann. Einige können selbst gehen, andere werden mit der Schleifkorbtrage zu den Einsatzfahrzeugen gebracht. Dort werden sie schon von Ersthelfern erwartet, die – soweit möglich – die Personalien aufnehmen und jedem Patienten eine Nummer zuweisen. „Sie ist für uns Identifikationsmerkmal“, erklärt Pfeiffer. Während noch immer Verletzte aus dem abschüssigen Waldgebiet zu den vorbereiteten Liegen gebracht werden, bestimmt Andreas Timar, der für den Abtransport zuständig ist, Franz Weilguni für die erste Fahrt zum Patientenbehandlungsplatz. Weilguni, seit 1994 beim DRK, fährt zügig und umsichtig. Beim Behandlungsplatz wird die Verletzte vorsichtig umgebettet, Sabrina Bucher und ihre Kolleginnen und Kollegen nehmen weitere Untersuchungen vor. Die erste Patientin „erhält zusätzlich Sauerstoff“. Und dann schickt Tobias Neugebauer von der SEG Göppingen, der für den Behandlungsplatz, der in vier Patientenmodule eingeteilt ist, zuständig ist, die Helfer zum nächsten Rettungswagen, der am Behandlungsplatz mit vier Verletzten eingetroffen ist. Ein Funkspruch von der Unfallstelle informiert ihn, dass insgesamt 14 Verletzte zu versorgen sind. Im Ernstfall würden sie nach der Erstversorgung auf die umliegenden Kliniken verteilt werden. Angehörigen, die in Sorge um Familienmitglieder sind, kann die Gruppe von Thomas Ruckh vielleicht weiter helfen. Sie haben in einem kleinen Zelt die Auskunftsstelle eingerichtet, die die Daten der Patienten aufnimmt.
Nach knapp zwei Stunden sind alle Patienten versorgt, das Unfallfahrzeug aus dem Wald gezogen – und die Helfer können jetzt an diesem herrlichen Frühlingstag das wahrlich verdiente Mittagessen genießen.
Einsatzleiter Andreas Pfeiffer ist zufrieden: „Das Übungsziel, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen DRK-Gruppierungen und dem THW, zu üben wurde erreicht. Im Ernstfall sind unsere Leute nun wieder etwas mehr mit den aufwändigen Abläufen vertraut.“

Quelle: DRK Göppingen, Margit Haas

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